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16.02.2015

Wie digital ist Deutschland?

An dem Thema Digitalisierung von Industrie und Gesellschaft kommt derzeit niemand vorbei. Doch: Wie digital ist die deutsche Gesellschaft? Und welche Folgen hat die Digitalisierung für die deutsche Wirtschaft? Um diese Fragen ging es am 10. Februar beim 5. IT-Forum Oberfranken an der Hochschule Coburg.

77 Prozent der Deutschen sind online. Ihre Online-Kompetenzen lassen aber zu wünschen übrig. Das ergab eine Studie der Initiative D21, die deren Geschäftsführerin Lena-Sophie Müller den 150 Besuchern des IT-Forums Oberfranken vorgestellt hat. Bezieht man die Möglichkeit des Internetzugangs, die Nutzungsvielfalt, die Online-Kompetenzen und die Offenheit der Nutzer gegenüber den neuen Medien mit ein, ergibt sich für Deutschland allerdings nur ein Digitalisierungsgrad von 51,3 Prozent.

Insbesondere das Lebensalter und das Geschlecht, aber auch die Bildung spielen bei der Internetkompetenz eine große Rolle. Die Studie spricht daher von den außenstehenden Skeptikern, die vor allem weiblich, über 50 Jahre alt und nicht (mehr) berufstätig sind. Viele von ihnen hätten zwar Interesse an den neuen Medien. Ihnen fehlt allerdings der Zugang zu dem entsprechenden Wissen. Auf der anderen Seite stehen die „smarten Mobilisten“, die jung und gut ausgebildet schon unmittelbar nach dem Aufwachen auf ihr Smartphone schauen. Interessant ist zudem, dass Beschäftigte in Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern ihre Online-Kompetenzen wesentlich schlechter beurteilen als Mitarbeiter in Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern.

Dass gerade der Industrie ein großer Wandel bevorsteht, der sich „Industrie 4.0“ nennt, machte Dr. Ulrich Löwen von der Siemens AG den Besuchern des IT-Forums Oberfranken klar. Dieser im Informatikumfeld entstandene Trend wird in Zukunft nicht nur die Produkte und die Produktionsprozesse, sondern insbesondere die Geschäftsmodelle des produzierenden Gewerbes stark verändern. „In Deutschland wirkt sich das besonders auf den Maschinenbau als deutsche Leitindustrie aus“, so Löwen. Hier müssen Informatiker und Maschinenbauer verstärkt zusammenarbeiten, um international konkurrenzfähig zu bleiben.

In zahlreichen Branchen wie dem Online-Handel ist die Digitalisierung bereits stark fortgeschritten. Aber auch der stationäre Einzelhandel bekommt dadurch neue Impulse für mehr Kundenservice. Das zeigten die beiden Gesprächsrunden, an denen sich IT-Experten aus oberfränkischen Unternehmen und IT-Dienstleistern beteiligten und die von den beiden Coburger Informatik-Professoren Jürgen Terpin sowie Thomas Wieland moderiert wurden. Großen Handlungsbedarf sehen die Experten allerdings bei der Datensicherheit. „Wir gehen aktuell mit unseren privaten und geschäftlichen Daten sehr sorglos um. Der Datenschutz wird in Zukunft ebenso wichtig sein wie der Umweltschutz vor 20 Jahren“, davon zeigte sich die Bamberger Informatik-Professorin Daniela Nicklas überzeugt.

Das IT-Forum Oberfranken ist eine Veranstaltung des IT-Clusters Oberfranken, das in diesem Jahr in Kooperation mit der Hochschule Coburg, der IHK zu Coburg und dem eBusiness-Lotsen veranstaltet wurde. Die inhaltliche Ausgestaltung und Organisation lag bei den Informatik-Professoren der Hochschule Coburg unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Wißmann. Die Veranstaltung wurde unterstützt von der Wirtschaftsförderung der Stadt Coburg, der TechnologieAllianzOberfranken sowie den Unternehmen Elaxy aus Coburg, Living Logic aus Bayreuth und ProComp aus Marktredwitz. 14 Aussteller sorgten darüber hinaus dafür, dass die Veranstaltung zu einer kleinen Leistungsschau der oberfränkischen IT-Branche wurde.

An dem Podiumsgespräch „E-Business und Cloud-Services“ nahmen teil:

  • Alexander Badewitz, Geschäftsführer der ADB Solutions, Coburg
  • Max Meyn, Geschäftsführer der BLITZ Internet GmbH, Bamberg
  • Dr. Andreas Rusnjak, Leiter Innovation, BI & Prozesse beim Baur Versand, Burgkunstadt, und zwar im Bereich E-Commerce
  • Dr. Volker Neundorf, Leiter Prozess- und IT-Projektsteuerung, Habermaaß GmbH, Bad Rodach
  • Moderation: Prof. Dr. Jürgen Terpin

An dem Podiumsgespräch „Mobile Anwendungen und Geräte – Trends und Sicherheit“ waren beteiligt:

  • Jürgen Haas, Geschäftsführer der stacktrace GmbH, Ebersdorf
  • Johannes Hofmann, Geschäftsführer der Blue Cell Networks GmbH, Bamberg
  • Prof. Dr. Daniela Nicklas, Universität Bamberg
  • Moderation: Prof. Dr. Thomas Wieland


Autor: Dr. Margareta Bögelein
Coburg, den 12. Februar 2015

Präsentation von Dr. Ulrich Löwen "Industrie 4.0 - Stand, Anwendung und Potenziale" als pdf

Präsentation von Lena-Sophie Müller "Aktueller Digitalisierungsgrad in Deutschland als pdf