Jahr: 2020

„Der digitale Flickenteppich in Oberfranken wird täglich sichtbar und vor allen Dingen spürbar“

Die Folgen der Pandemie führen die Mängel in der digitalen Infrastruktur wie unter dem Kaleidoskop zu Tage. Im Interview erläutert die Vorstandschaft des IT-Clusters, Hans Ulrich Gruber, Thomas Feike und Mario Mages, wo die Herausforderungen, Handlungsfelder und auch Chancen liegen. In Zeiten von Corona bekommt die digitale Infrastruktur eine besondere Bedeutung, in welchem Bereich ist sie derzeit besonders wichtig? Hans Ulrich Gruber: Die letzten Meter in die Privatwohnung sind, wie auch in die Firma, die wichtigsten. Alle Versäumnisse der letzten Jahre kommen jetzt hoch. Videokonferenz vom Homeoffice – ist das überhaupt möglich? Dass alle Mitarbeiter von außen auf das firmeneigene Rechenzentrum zugreifen, gibt das die Leitung überhaupt her? Thomas Feike: Digitale Infrastruktur ist nicht nur in Zeiten von Corona für Unternehmen und Privatpersonen besonders wichtig. Zwischenzeitlich stellt eine performante Internet-Anbindung in allen Lebensbereichen einen erfolgsentscheidenden Faktor dar. Man kann hier bereits von einem Grundbedürfnis sprechen. Vielleicht wäre an dieser Stelle der Gesetzgeber gefordert. Mario Mages: Durch Corona ist es ja geboten, das öffentliche und soziale Leben weitestgehend herunterzufahren. Umso wichtiger ist es für die Menschen nun, virtuell in Kontakt zu bleiben und aus Unternehmenssicht müssen aktuell so viele Prozesse wie möglich remote laufen. Dafür ist eine stabile digitale Infrastruktur unerlässlich. Denn: ohne Internetverbindung auch keine Produktivität. Wie beurteilen Sie die digitale Infrastruktur in Oberfranken insgesamt? Thomas Feike: Jetzt in der aktuellen Krisensituation wird der digitale Flickenteppich in Oberfranken sichtbar und vor allen Dingen täglich spürbar. Bisher hat man in diesem Zusammenhang lediglich immer von Funklöchern gesprochen, die sich in wirtschaftlich „unwichtigen“ Regionen befinden. Aber, dort wohnen und leben nun einmal die Mitarbeiter der Unternehmen, die jetzt den Geschäftsbetrieb remote aus ihren Homeoffices am Laufen halten sollen und müssen. Das heißt, nicht nur die Produktionsräume der Unternehmen „links und rechts der Autobahn“, sondern auch der private Wohnraum im rein ländlichen Bereich muss infrastrukturell top angebunden sein. So schnell kann sich der Blickwinkel und vor allen Dingen die Priorität der Bedeutung ändern – hoffentlich nachhaltig! Hans Ulrich Gruber: Es gibt Teilflächen, bei denen sind wir gut aufgestellt. Ich wohne „Gott sei Dank“ in so einer Gemeinde. Aber der überwiegende Teil fühlt sich an wie in der Savanne oder im Dschungel. Kupferkabelland! Da steht man dann am Rand und schaut zu, wie die anderen schnelles Internet haben. Mario Mages: In den Städten ist man gut aufgestellt, aber einige ländliche Ecken hinken immer noch hinterher. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass oftmals das Problem nicht die fehlende Bandbreite ist, sondern bei den jeweiligen Servern durch zu viele Anfragen der Datenstau entsteht. Beispielsweise ist bei ruckelnden Videokonferenzen nicht eine zu kleine Datenleitung das Problem, sondern es ist die Infrastruktur des Softwareanbieters selbst. Welche Maßnahmen sind jetzt besonders wichtig? Mario Mages: Glasfaserausbau, aber auch die letzte Meile – sprich der Hausanschluss – muss noch aufgerüstet werden. Wenn Glasfaser letztendlich auf ein Kupferkabel trifft, ist es so, als wenn die Autobahn in einem Feldweg mündet. Hans Ulrich Gruber: Glasfaser verlegen, Glasfaser verlegen, Glasfaser verlegen: Aber bitte auf dem neuesten Stand. 50 Mbit ist kein schnelles Internet!

Bewerbung um Bundesförderung „REGION.innovativ“

Das Institut für Informationssysteme der Hochschule Hof (iisys) bewirbt sich um eine Bundesförderung im Rahmen der Förderungsmaßnahme „REGION.innovativ“. Partner hierbei sind der IT-Cluster Oberfranken, SüdWestSachsen Digital und die Technische Universität Chemnitz. Ziel dabei ist, die Herausforderungen von Struktur- und demographischem Wandel, wie z. B. der Mangel an IT-Fachkräften und fehlendem Wissen bei KMUs, erfolgreich als Netzwerk zu meistern. Hierfür werden noch KMUs gesucht, die bereits Beispiele zum Thema „Einführung produktionsnaher IT-Systeme“ vorweisen können oder generell Entwicklungsbedarf bei genannten Herausforderungen sehen. Unternehmen können eine jährliche finanzielle Förderung (etwa 7000,- €) bekommen, wenn im Gegenzug Personalaufwendungen für das Projekt in Höhe von ca. 33.500€ pro Jahr nachweisbar sind. Das bedeutet allerdings nicht, dass diese Stunden nicht von Kunden bezahlt sein dürfen. Sie müssen nur in einem direkten Bezug zum Projektthema stehen. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Kurzpräsentation.

NEUES MITGLIED: Sachverständigenbüro für Datenschutz & IT-Sicherheit

Herzlich Willkommen in unserem Netzwerk! Das Sachverständigenbüro für Datenschutz & IT-Sicherheit unterstützt mittelständisch geprägte Unternehmen bei der Bewältigung der beiden, in Zeiten der Digitalisierung großen, Themen Datenschutz und IT-Sicherheit. Im Mittelpunkt unseres Handelns steht eine für Mittelständler praktikable Umsetzung der sich aus der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) einerseits und dem Schutz vor Cyberkriminalität andererseits ergebenden Anforderungen.  Geben Sie Hackern keine Chance! Nur wenn Sie die Schwachstellen kennen, können Sie sie beseitigen! Mehr Informationen unter: www.ds-itsec.de

Viel Lächeln und wenig Händeschütteln: IT-Forum Oberfranken ein großer Erfolg!

Was zunächst befremdlich war, sorgte beim diesjährigen IT-Forum Oberfranken mit rund dreihundert Gästen letztlich doch für viele freundliche Gesichter. Das ausrichtende Institut für Informationssystem freut sich, dass die Jubiläumsveranstaltung – trotz einiger Unsicherheiten wegen des Corona Virus – als absolut gelungen bezeichnet werden kann! An dieser Stelle deshalb erst einmal ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen für ihr zahlreiches Erscheinen sowie ihre gegenseitige Rücksichtnahme. Derselbe Dank gilt den Referenten und zahlreichen Ausstellern. Vielleicht hat sich der Bruch mit der gewohnten Begrüßungskultur sogar als guter Gesprächseinstieg angeboten? Definitiv als passender Türöffner hat sich der Vortrag der ersten Keynote Speakerin, Laura Winterling, erwiesen. In ihrer unterhaltsamen Präsentation ermutigte die Astronautentrainerin ihre Zuhörer zum „schmerzbefreiten Umgang mit der Digitalisierung“, indem sie den besonders flexiblen und kreativen Umgang mit Problemen bei Astronauten beschrieb. Nicht nur Wissen, sondern auch reichlich Visitenkarten wurden danach an den Ständen der teilnehmenden Firmen ausgetauscht. Bei Kaffee, Kuchen und Häppchen konnten sich auf diesem Weg sogar einige Teilnehmer zum ersten Mal Face-to-Face begrüßen. Als Vorstand des IT-Clusters möchten wir uns für die perfekte Organisation des Jubiläums-IT-Forum 2020 bei den Kolleginnen und Kollegen in Hof bedanken. Wir freuen uns schon sehr auf das nächste IT-Forum am 18. März 2021 in Bamberg und werden Zukunftstechnologien in der Zeit bis dahin mit neuen, interessanten Veranstaltungen sichtbar machen. Vorstand IT-Cluster Oberfranken Professor Lehmann, Präsident der Hochschule, sprach anschließend über die „forschende Hochschule Hof“. Sie schlage mit ihren mittlerweile vier Forschungsinstituten die Brücke von der Forschung zur Wirtschaft – „und dies alles mit selbst eingeworbenen Drittmitteln, die mit den Jahren eine beachtliche Höhe auch im Vergleich mit Universitäten erreicht haben“, wie er betonte. Anknüpfend an den Vortrag von Laura Winterling erzählte er von den Sonnensegeln für das All, deren Produktionskomponenten an der Hochschule Hof erforscht werden. Und auch mit einem großen Projekt rund um das Thema Mobilität punkte die Hochschule gerade. Die anschließenden vier Panels, die unter dem Leitthema „IT als Business Enabler“ stattfanden, boten durch ihre ausgeglichene Besetzung aus Wirtschafts- und Wissenschaftsvertretern Raum für intensiven Austausch. Gleichzeitig konnten sich die Gäste auch in kontroverse Diskussionen zum Umgang mit digitalen Herausforderungen einbringen. So wurde einerseits in den Räumen des digitalen Gründerzentrums über künstliche Intelligenz diskutiert, während zeitgleich ein angeregter Austausch verschiedener Positionen zum Thema Open Source im iisys stattfand. Praktische Unterstützung beim Digitalisieren des eigenen Handwerksbetriebs bot das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk. Hilfe zu Selbsthilfe fand man im Panel mit dem Thema Low Code Development. Eine Initiative einer studentischen Gruppe führte dann ein sog. „Fake Video“ mit einer gestellten und witzigen Grußbotschaft von US-Präsidenten Donald Trump vor. Viele falsche Nachrichten und insbesondere auch bewegte Bilder fluten das Netz und die Arbeitsgruppe konnte eindrucksvoll belegen, dass nicht jeder in der Lage dazu ist, ein überzeugendes Fake Video zu erstellen. Im Making-Off stellte Professor René Peinl, der betreuende Professor, den Erstellungsprozess sowie die damit einhergehenden Schwierigkeiten vor. Professor Manfred Spitzer machte in der zweiten Keynote des Tages deutlich, dass je höher der in der Jugend erreichte Bildungsgrad sei, desto besser sei auch der Schutzfaktor vor Demenz.

NEUES MITGLIED: Digital Guides

Herzlich Willkommen in unserem Netzwerk! Die Digital Guides begleiten Unternehmen bei allen Herausforderungen der Digitalisierung. Wir sensibilisieren und unterstützen Sie und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Menschen stehen bei uns im Mittelpunkt, die Strategie, Organisation und die technischen Aspekten im Fokus. Wir sorgen dafür, dass Sie und Ihr Team die Chancen der Digitalisierung erkennen und nutzen können. Ängste und Vorbehalte vor neuen Herausforderungen in der Arbeitswelt wollen wir nehmen. Wir fördern mit Ihnen die Innovationskraft im gesamten Arbeitsumfeld. Wir unterstützen die Einführung von neuen Methoden und Aspekten der Führung. Gemeinsam mit Ihnen initiieren wir kreative Umfelder im Unternehmen als eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft in der digitalen Welt. Digital Guides » Ihr digitaler Dschungel bekommt eine Landkarte!

IT-Cluster Oberfranken fordert: Mehr Nährboden für digitale Innovationen schaffen

Digitalreport 2020 zeigt: Bundesregierung genießt beim Thema Digitalisierung kaum Vertrauen. Der IT-Cluster möchte daher den Dialog fördern und fordert flächendeckend schnelles Internet und Mobilfunk. Oberfranken (28.01.2020) – Ein Großteil der Deutschen, vor allem die Verantwortlichen aus der Wirtschaft, halten die Bundesregierung beim Thema Digitalisierung für kaum kompetent. Auch in Oberfranken sieht der IT-Cluster beim Ausbau der digitalen Infrastruktur dringenden Handlungsbedarf. Deshalb möchten die Verantwortlichen 2020 den Dialog zwischen Wirtschaft und Politik fördern. Geplant sind unter anderem eine Veranstaltung mit Digitalisierungsministerin Dorothee Bär und ein Gespräch mit der bayerischen Digitalisierungsministerin Judith Gerlach. Rund 90 Prozent der Führungskräfte in Deutschland glauben, dass die Regierung kein überzeugendes Konzept für den „digitalen Wandel“ habe. Das ist das Ergebnis des Digitalreports 2020 des Instituts für Demoskopie Allensbach. „Umso wichtiger ist es, das gegenseitige Verständnis zwischen Politik und Wirtschaft durch gezielten Austausch auch in den Regionen und bei der Wirtschaft vor Ort zu stärken“, sagt der Vorsitzende des IT-Clusters Oberfranken, Hans Ulrich Gruber. Vorstandsmitglied Mario Mages ergänzt: Bereits heute verfüge Oberfranken über eine Menge Marktführer, die auch global ganz vorne bei der Digitalisierung mitspielen. Gleichzeitig sehen er und seine Vorstandskollegen einen großen Handlungsbedarf beim flächendeckenden Breitband- und Mobilfunkausbau. Mehr Nährboden für digitale Innovationen schaffen Betrachte man in Oberfranken die 4G-Verfügbarkeit, dann liege die Region im Ranking auf Platz 395 von 425, erläutert Vorstandsmitglied Thomas Feike: „Von 5G-Verfügbarkeit ist gar nicht zu reden.“ Diese Situation stelle für die Unternehmen einen Wettbewerbsnachteil dar und sei mit gleichwertigen Lebensbedingungen in allen bayerischen Regionen nicht vereinbar. Hier könne der IT-Cluster etwas tun: „Der IT-Cluster bietet sich als überparteiliche Kommunikations-Plattform an. Wir verfolgen dabei ein klares Ziel: Wir wollen die Rolle Oberfrankens als IT-Vorzeige-Region weiter ausbauen.“ 2020 soll deshalb ganz im Zeichen des Digitalisierungs-Dialogs stehen. „Wir wollen alle relevanten Player, wie Hochschulen, (IT-)Unternehmen, Startups oder auch bereits geförderte Institutionen, wie beispielsweise die Digitalen Gründerzentren, untereinander noch besser vernetzen“, sagt Mario Mages. „Damit erhalten wir und schaffen neuen Nährboden für digitale Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit.“ Neben den jährlichen Veranstaltungen mit Höhepunkten, wie dem IT-Unternehmerevent und dem IT-Forum in Zusammenarbeit mit den Hochschulen, will der IT-Cluster in diesem Jahr Arbeitskreise mit Experten aus Unternehmen und Hochschulen gründen. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen und zum IT-Cluster gibt es online: www.it-cluster-oberfranken.de — 2.987 Zeichen (inkl. Leerzeichen) Bildtext: Die Vorstandschaft des IT-Clusters Oberfranken will 2020 den Digitalisierungs-Dialog zwischen Wirtschaft und Politik fördern: Mario Mages, Hans Ulrich Gruber und Thomas Feike (v.l.). Schlagworte: IT-Cluster Oberfranken, Digitalisierungs-Dialog, Breitbandausbau Oberfranken, schnelles Internet Oberfranken, digitale Infrastruktur, Hans Ulrich Gruber, Mario Mages, Thomas Feike, Ansprechpartner IT, Oberfranken Beschreibung: Der IT-Cluster Oberfranken e.V. ist ein Zusammenschluss oberfränkischer Unternehmen. Im Verein schließen sich oberfrankenweit Unternehmen und Institutionen zu einem spezialisierten regionalen Netzwerk zusammen. So entsteht ein Wissens- und Wachstumspool, der Vorteile für alle beteiligten Akteure schafft. Ziel ist die Produktivität in der IT-Branche zu erhöhen und zukunftssichere Arbeitsplätze zu schaffen. Im Wettbewerb der Regionen gewinnt die Clusterbildung als Instrument zur Strukturierung und Profilierung der regionalen Wirtschaft zunehmend an Bedeutung. Ihr Ansprechpartner: Markus Zahner c/o zahner bäumel communication Oberauer Str. 10a – 96231 Bad Staffelstein