2026 gilt als Jahr der KI-Umsetzung. Die Investitionen steigen, Pilotprojekte entstehen und dennoch bleibt in vielen Unternehmen die große Frage: Wo entsteht durch Künstliche Intelligenz eigentlich echter Mehrwert?
Genau darum ging es beim IT-Unternehmerevent 2026.
Im Mittelpunkt stand die Keynote von Juergen L. Sommer, der eine klare Botschaft mitbrachte:
„Mehr KI bedeutet nicht automatisch mehr Wertschöpfung.“
Eine Aussage, die sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung zog und in der anschließenden Podiumsdiskussion aus verschiedenen Perspektiven weitergedacht wurde.
Unternehmen sind keine fertigen Gärten
Mit einer ungewöhnlichen, aber eingängigen Analogie eröffnete Juergen L. Sommer seinen Vortrag:
„Unternehmen sind keine fertigen Gärten. Sie sind lebende Systeme.“

Viele Unternehmen würden KI-Projekte noch immer wie Landschaftsbau behandeln: planen, implementieren, übergeben, fertig. Doch so funktioniere nachhaltige Transformation nicht.
Unternehmen seien dynamische Systeme, die kontinuierliche Pflege brauchen. Statt einmaliger Großprojekte brauche es einen Ansatz, der beobachtet, anpasst und weiterentwickelt.
Kurz gesagt:
Weniger Landschaftsbauer. Mehr Gärtner.
KI verstärkt bestehende Strukturen – gute wie schlechte
Eine der zentralen Erkenntnisse des Vormittags: KI macht Organisationen nicht automatisch besser. Stattdessen verstärkt sie bestehende Prozesse, Strukturen und Verantwortlichkeiten – im Guten wie im Schlechten.
Sommer machte deutlich:
„Wertschöpfung entsteht dort, wo KI in vorhandene Prozesse, Verantwortung und Zusammenarbeit eingebettet wird. Das ist eine Führungs- und Organisationsaufgabe – kein Tool-Thema.“
Die entscheidende Frage sei deshalb nicht:
„Welche KI nutzen wir?“
Sondern vielmehr:
„Wo schafft KI entlang unserer Wertschöpfungskette echten Nutzen?“
Nicht überall gleichzeitig starten
Ein Thema, das viele Unternehmen beschäftigt: Wo anfangen? Denn Einsatzmöglichkeiten für KI gibt es heute nahezu in jeder Abteilung. Die Empfehlung aus der Keynote:
Nicht überall gleichzeitig starten – aber klein anfangen.
Pilotprojekte seien oft der beste Weg, Erfahrungen zu sammeln und Akzeptanz aufzubauen.
Sommer verglich dies mit dem Pflanzen eines Gartens:
„Pilotprojekte sind wie erste Pflanzensetzungen: robuste Sorten, vorbereitete Beete, richtige Pflege.“
Gerade kleinere, klar definierte Anwendungen seien oft erfolgreicher als die eine große KI-Lösung, die alles gleichzeitig lösen soll.
KI-Budget gezielt einsetzen – statt mit der Gießkanne
Auch das Thema Ressourcen stand im Fokus. Eine wichtige Analogie: Nachhaltige Bewässerung: gezielt statt viel. Beim Gärtnern komme es nicht auf möglichst viel Wasser an – sondern auf die richtige Menge am richtigen Ort. Dasselbe gelte für KI-Investitionen: KI-Budgets sollten nicht pauschal verteilt werden, sondern gezielt dort eingesetzt werden, wo sie Prozesse verbessern und Wachstum fördern.
Resilienz statt Monokultur
Ein weiterer spannender Impuls betraf die Frage nach technologischer Resilienz.
Sommer plädierte für Diversität statt Monokultur:
- mehrere Modelle statt nur eines
- verschiedene Anbieter statt Abhängigkeiten
- Mensch und Maschine gemeinsam statt gegeneinander
Ein wichtiger Gedanke dabei:
„Effizienz ist, wenn alles optimal läuft. Resilienz ist, wenn es läuft, obwohl nichts optimal läuft.“
Gerade in dynamischen Märkten könne diese Widerstandsfähigkeit zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden.
Vier Dimensionen für erfolgreiche KI
Zum Abschluss verdichtete Juergen L. Sommer die Diskussion auf vier entscheidende Dimensionen erfolgreicher KI-Einführung:
- Geschäftslogik
- Datenqualität
- Verantwortung
- Technische Einbettung
Denn nachhaltige KI-Transformation entsteht nicht durch einzelne Tools, sondern durch das Zusammenspiel von Organisation, Prozessen und Menschen.



Vom Impuls in die Praxis: Die Diskussion geht weiter
Wie unterschiedlich Unternehmen an das Thema KI herangehen und wo dabei die größten Herausforderungen liegen, wurde in der anschließenden Podiumsdiskussion deutlich.
Gemeinsam mit Diana Grillmeier (evolWing GmbH), Marcus König (Institut für Transformationsmanagement) und Stefan Kornitzky (VLEXsoftware GmbH) sowie auch Juergen L. Sommer wurde unter anderem diskutiert, wie Unternehmen KI erfolgreich einführen können, ohne Mitarbeitende zu verlieren oder Prozesse unnötig zu verkomplizieren.

Wie schaffen Unternehmen Akzeptanz für KI?
Die Antwort aus dem Panel war eindeutig: offen kommunizieren statt hinter verschlossenen Türen experimentieren. Wer KI nur in kleinen Expert diskutiert oder still im Hintergrund einführt, riskiert Unsicherheit und Widerstand. Stattdessen brauche es Transparenz, Beteiligung und vor allem niedrigschwellige Möglichkeiten, erste Erfahrungen zu sammeln.
Denn Akzeptanz entsteht dort, wo Menschen verstehen, welchen Mehrwert neue Technologien für ihren Arbeitsalltag bringen können.
Ein weiterer Gedanke aus der Diskussion blieb besonders hängen: In Zeiten des Umbruchs funktioniert Transformation nicht mit dem Mindset von gestern. Gerade beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz brauche es Mut, Dinge anders zu denken, neue Wege auszuprobieren und gleichzeitig realistisch zu bleiben.
Viele Perspektiven, lebendige Diskussionen
Auch aus dem Publikum kamen zahlreiche Fragen, Perspektiven und Erfahrungswerte. Die Diskussionsrunde entwickelte sich schnell zu einem offenen Austausch darüber, welche Chancen KI bietet, wo Unsicherheiten bestehen und wie Unternehmen konkret starten können.
Von Fragen zur technischen Umsetzung bis hin zu kulturellen Veränderungen im Unternehmen wurde deutlich: Der Bedarf an Austausch ist groß und der Wunsch, voneinander zu lernen, ebenso.
Austausch endet nicht mit dem letzten Programmpunkt
Nach Keynote, Panel und Diskussion war noch lange nicht Schluss. Beim gemeinsamen Mittagessen von Brödla blieb Zeit für persönliche Gespräche, neue Kontakte und den Austausch über eigene Erfahrungen aus dem Unternehmensalltag.
Fazit: KI braucht Strategie – aber vor allem Austausch
Das IT-Unternehmerevent 2026 hat gezeigt: Mehr KI allein schafft noch keinen Mehrwert. Entscheidend ist, wie Unternehmen Technologie in bestehende Prozesse, Verantwortlichkeiten und Zusammenarbeit integrieren. Und vor allem wie offen sie den Wandel gestalten. Die große Beteiligung, die lebendige Diskussion und der intensive Austausch machten deutlich: Das Interesse an praxisnahen Ansätzen für KI ist groß. Oder anders gesagt: Die Frage ist längst nicht mehr, ob Unternehmen KI einsetzen. Sondern wie, wo und gemeinsam mit wem sie echten Mehrwert schaffen.
Ein großes Dankeschön an alle Teilnehmenden, Speaker und Partner für einen inspirierenden Vormittag voller Impulse, Diskussionen und Begegnungen.









