Oberfranken steht am Scheideweg: Die Wirtschaft kämpft mit strukturellen Herausforderungen, die Unternehmen spüren den Druck bereits seit Jahren. Das zeigt der Appell vom 20.06.26 der IHK für Oberfranken Bayreuth, der IHK zu Coburg und der Handwerkskammer Oberfranken. Für die ITCO-Mitglieder bedeutet das vor allem eines: Die politischen Rahmenbedingungen beeinflussen unmittelbar Investitionsentscheidungen, Fachkräfteplanung und Digitalisierungsvorhaben in der Region.
Arbeitsplatzverluste und Industrie im Rückgang
Seit 2019 haben Oberfrankens Industrie- und Produktionsunternehmen 11.500 Arbeitsplätze verloren. Aktuell arbeiten nur noch rund 125.000 Menschen in diesem Bereich, so die IHKs und HWK. Dr. Michael Waasner (IHK Oberfranken Bayreuth) warnt: „Ohne entschlossenes Handeln droht der wirtschaftliche Abwärtstrend weiter.“
Reformen bleiben aus – Bürokratie bremst
Die Kammern kritisieren, dass seit 2024 viele wirtschaftspolitische Reformen angekündigt, aber kaum umgesetzt wurden. Dr. Andreas Engel (IHK Coburg) betont: „Unser Standort braucht tiefgreifende Reformen – und zwar schnellstmöglich.“
Wichtige Themen wie Bürokratieabbau, Energie- und Rohstoffversorgung, Infrastruktur, Fachkräftesicherung und Planungssicherheit bleiben ungelöst. Gerade die unnötige Bürokratie koste Unternehmen Zeit, Geld und Innovationskraft.
Forderung nach Agenda 2030
Die Präsidenten der Wirtschaftskammern fordern eine klare, koordinierte Strategie für die Wirtschaft: eine Agenda 2030, die Investitionen, Arbeitsvolumen und Produktivität nachhaltig stärkt. Matthias Graßmann (HWK Oberfranken) warnt: „Die Politik darf nicht länger Einzelmaßnahmen zerreden – wir brauchen einen Masterplan, der Oberfranken als Wirtschaftsstandort zukunftsfähig macht.“
Fazit: Frühling der Taten
Die klare Botschaft der Kammern: Die Wirtschaft wartet auf Taten, nicht auf neue Diskussionen oder Vorschriften.
Dr. Waasner bringt es auf den Punkt: „Was wir brauchen, ist ein Frühling der Taten! Nur so kann Oberfranken wieder auf Kurs kommen und damit auch die Unternehmen unserer Region, die Innovation, IT-Entwicklung und digitale Transformation vorantreiben.“
Für die ITCO-Mitglieder bedeutet das konkret:
Strategische Entscheidungen für Investitionen, Digitalisierung oder KI-Projekte müssen die Rahmenbedingungen einplanen, die derzeit politisch unsicher bleiben.
Vernetzung, Kooperationen und der Austausch im Cluster sind entscheidend, um in einem schwierigen Umfeld handlungsfähig zu bleiben.
Aufmerksamkeit für Förderprogramme und Initiativen ist wichtiger denn je. Sie können kurzfristig Spielräume eröffnen, während auf politischer Ebene noch viel Nachholbedarf besteht.






